Kleinere haupt- und ehrenamtlich geführte Museen leisten mit ihrer Arbeit einen unschätzbaren Beitrag für die kulturelle Versorgung vor Ort. Deshalb stellen wir für die Haushaltsjahre 2012 und 2013 jeweils 1 Mio. Euro für ein Investitionsprogramm zur Verfügung. Die von uns zur Verfügung gestellten Mittel sollen in möglichst vielen kleineren Summen im ganzen Land Niedersachsen ankommen.
Die Landschaften und Landschaftsverbände haben die Aufgabe übernommen, regionale Kulturprojekte zu fördern. Wir werden sie in ihrer Arbeit mit zusätzlich jeweils 300.000 Euro in den Haushaltsjahren 2012 und 2013 unterstützen. Die Mittel sollen sich vor allem mit den Regionalsprachen Plattdeutsch, Saterfriesisch und Niederdeutsch befassen.
Das Landesmuseum Braunschweig wird im Jahr 2013 auf Initiative eines Landtagsbeschlusses eine Landesaustellung zum Thema „Roms vergessener Feldzug“ präsentieren. Darin sollen die Funde vom Schlachtfeld am Harzhorn der Öffentlichkeit präsentiert werden. Von den insgesamt 500.000 Euro, die wir zusätzlich bereitstellen, sollen 100.000 Euro direkt am römisch-germanischen Schlachtfeld am Harzhorn u.a. für Beschilderungen eingesetzt werden.
Die Soziokulturellen Zentren leisten in Niedersachsen eine hervorragende Arbeit und haben großen Anteil an dem vielschichtigen Kulturangebot besonders im ländlichen Raum. Für die Förderung der Soziokultur stellen wir im Haushalt 2012 und 2013 zusätzlich 450.000 Euro für investive Maßnahmen bereit.
Die freien Theater haben in den letzten Jahren in Niedersachsen einen stetig wachsenden Beitrag zur kulturellen Vielfalt im ländlichen Raum geleistet. Deshalb erhöhen wir die Projektförderung in diesem Bereich um jeweils zusätzliche 200.000 Euro in den Jahren 2012 und 2013.
Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig erhält für die Etablierung eines Gründungsinkubators eine Anschubfinanzierung. Daher erhöhen wir den Haushaltsansatz 2012 und 2013 um jeweils 200.000 Euro.
Das Theaterpädagogische Zentrum in Lingen bekommt eine zusätzliche institutionelle Förderung von jeweils 85.000 Euro für die Jahre 2012 und 2013. Das TPZ hat sich besonders für die Förderung des Plattdeutschen stark gemacht.
Die Oberharzer Wasserwirtschaft ist seit 2010 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen. Für die notwendigen Investitionsmaßnahmen stellen wir 2012 und 2013 jeweils 200.000 Euro zur Verfügung.
Wir stärken die Förderung der plattdeutschen Sprache in Niedersachsen. Dafür stellen wir insgesamt in den Jahren 2012 und 2013 1,15 Mio. Euro zur Verfügung. Unter anderem soll damit gewährleistet werden, dass mit dem Plattdeutschen ein Teil niedersächsische Identität auch in der Schule gelernt werden kann.
„Niedersachsen spricht plattdeutsch!“, so lautet der Titel der Großen Anfrage, die die Landesregierung nun beantwortet hat. Im Zuge des Schwerpunktthemas „Kultur - Tradition, Innovation und Identität in Niedersachsen“ hat die CDU-Fraktion in 140 Fragen ein Bild des Themas erstellt, das alle drei Punkte miteinander vereint: Die plattdeutsche Sprache!
„Nirgendwo schlägt sich die kulturelle Identität so stark nieder wie in der Sprache. Seit Jahrhunderten ist das Plattdeutsche für viele Niedersachsen Muttersprache“, so der Parlamentarische Geschäftsführer Jens Nacke. „Plattdeutsche Sprache ist aber mehr als die Bewahrung von Tradition. An vielen Projekten und Initiativen im Land Niedersachsen lässt sich das enorme Innovationspotential der Plattdeutschen Sprache ablesen. Sie ist lebendig und wird kreativ in Schule, Alltag und Berufsleben eingesetzt.“
Die Landesregierung hat nun die 140 Fragen profund und interessant beantwortet. „Wir werden die Antworten der Landesregierung im September-Plenum im Landtag natürlich „op platt“ besprechen“, so Nacke.
Zu Ihrer Information haben wir eine Leseversion hochdeutsch-plattdeutsch bereitgestellt.
Dorothee Prüssner MdL
Niedersachsen soll 2013 auch im Zeichen von Römern und Germanen stehen. Die CDU-Landtagsfraktion bittet daher die Landesregierung, die niedersächsischen Landesmuseen bei einer Landesausstellung 2013 in Braunschweig zum Thema Römer in Niedersachsen zu unterstützen. „Die Bedeutung Niedersachsens innerhalb der römisch-germanischen Geschichtsschreibung ist wesentlich größer als gedacht und muss neu bewertet werden“, sagte die kulturpolitische Sprecherin der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion Dorothee Prüssner. – Niedersachsen und die Römer, für diesen historischen Komplex steht vor allem die Varus-Schlacht 9 n. Chr. nahe Kalkriese. Doch seit 2008 ein weiteres Schlachtfeld am so genannten Harzhorn zwischen Bad Gandersheim und Kalefeld entdeckt worden ist, sind sich Experten sicher: Die römische Expansionspolitik in die rechtsrheinischen Gebiete endete nicht, wie bisher angenommen, im 1. Jahrhundert n. Chr. – Rom unternahm im dritten Jahrhundert n. Chr. einen weiteren Feldzug nach Nordgermanien. „Die archäologischen Funde auf dem Schlachtfeld am Harzhorn sind eine Sensation“, meinte Prüssner, „sie werfen eine neues Licht auf die römisch-germanischen Beziehungen und sollten entsprechend für Besucher aufbereitet werden“. Prüssner sprach sich dabei für einen möglichst breiten Blickwinkel auf die römisch-germanische Geschichte in Niedersachsen aus: „Die Ausstellung sollte die bekannten Stationen der Römer in Niedersachsen wie Kalkriese und Hedemünden mit einbeziehen. Thematisch wäre es sinnvoll, auch die germanische Gesellschaft und ihre Lebensumstände zu beleuchten.“ Für eine erfolgreiche Ausstellung sei eine moderne, ansprechende Präsentation unerlässlich, meinte Prüssner. Der Entschließungsantrag fordert daher eine Modernisierung der Ausstellungsräume des Braunschweiger Landesmuseums. „Vergleichbare Ausstellungen zeigen: Besucher erwarten heute ein Angebot, das wissenschaftlich korrekt ist und alle Möglichkeiten der zeitgemäßen Inszenierung einbezieht – das setzt entsprechende Räumlichkeiten voraus.“